Porträts

A-Modell

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Hamlet, der Mentor

Der ethisch-intuitive Extravertierte
(rationell)
ENFj

© Text: I.Weisband, Handbuch für die Sozionik, 1986.
© Porträts: Je.Filatova, Die Persönlichkeit im sozionischen Spiegel, 2001.
© Überzetzt von Igor Weisband, 1999, und Reinhard Landwehr, 2002.

Hamlet - der Prinz von Dänemark und Held einer gleichnamigen Tragödie (1600/1) von William Shakespeare (1564 - 1616).

1. Dramatische Weltsicht. Hamlets zentrale Frage "Sein oder nicht sein?" wird von einem Menschen gestellt, der sich ernsthaft auf die Lösung globaler Probleme konzentriert, dabei allerdings die Welt in dramatischen und oft sogar tragischen Farben malt, da er viele Unannehmlichkeiten erwartet. Sein Leitmotiv sind die vier Noten aus Beethovens Thema des Schicksals. Auch neigt ein ENFj dazu, seine persönlichen Probleme übergroß zu sehen, bevor er sie löst. Manchmal beabsichtigt er sogar, gleich der ganzen Menschheit eine Wohltat zu erweisen.

2. Ein "Schwärmer". Ein ENFj schwankt in seinen Meinungen und Absichten, er tendiert zu ständigen Zweifeln und damit zur Unschlüssigkeit. Manchmal wird er von seinen Mitmenschen als eine unausgeglichene, leicht reizbare Persönlichkeit wahrgenommen, denn einen "Hamlet" machen beispielsweise schon beliebige unnötige Bewegungen nervös. Daher sieht und erlebt er die Welt als zu dynamisch. Der "Mentor" ergreift nicht gern die Initiative. Er stellt in seinem schwärmerischen Enthusiasmus immer die Gefühle über den Verstand.

3. Ein Stratege. Der "Mentor" dringt tapfer in eine Situation ein, wenn er sich mit ihr vertraut gemacht hat und wenn er alles sorgfältig vorbereitet hat. Er zögert, überlegt die Situation von allen Seiten, versichert sich gegen alle möglichen Unannehmlichkeiten und handelt erst dann, wenn er das Gewünschte mit Sicherheit erreichen kann. Er ist ein Stratege, der weiß, wie die Kräfte zeitlich einzuteilen sind. An jede Arbeit begibt er sich ernsthaft und mit großer Verantwortung; denn er strebt stets danach, eine Aufgabe erfolgreich abzuschließen. Ein ENFj will den Sieg um jeden Preis erreichen. So fällt es ihm leichter, eine Niederlage zu erleiden als einen Kompromiss einzugehen. In Extremsituationen bleibt daher sogar von seiner übertriebenen Vorsichtigkeit keine Spur übrig.

4. Seine Ethik. Ein "Mentor" macht nie etwas, was er für böse hält, und er ist daher auch gegenüber dem Fehlverhalten anderer Menschen unnachsichtig. Dabei vertritt er allerdings seine eigene Ethik, die auf Sitten, Bräuche und Autoritäten keine Rücksicht nimmt. Manchmal handelt er in Fragen der Moral daher sehr unkonventionell. In jedem Falle lässt sich ein "Hamlet" von seinen ethischen Überzeugungen leiten, die er auch hartnäckig verteidigt.

5. Aufmerksamkeit gegenüber anderen. Manchmal tritt ein ENFj sogar aufdringlich und anspruchsvoll auf. Dabei hat er jedoch Mitleid mit seinen Mitmenschen und bemüht sich, ihnen in schweren Stunden zur Seite zu stehen. Seine Mitmenschen haben es mit einem "Hamlet" schwer, da ihm jede Leichtigkeit in seiner Lebensauffassung fehlt. Meistens ist er ein guter Familienvater. Seine Gefühle gegenüber einem Partner zeigt er nicht durch eine konkrete Fürsorge, sondern durch dramatische Erzählungen und Warnungen vor drohenden Gefahren, die auf seinen Partner hinabstürzen können. Für seinen Dual "Gorkij" ist das von nicht zu unterschätzender Bedeutung, weil dieser die Zukunft nicht so gut voraussehen kann. Einen "Hamlet" kann man sogar in der Nacht anrufen. Auf die Frage: "Habe ich dich geweckt?" antwortet er dann fröhlich: "Ja, das schon". Ein "Dostoevskij" hingegen, der ebenfalls viel Mitleid mit Menschen haben kann, würde trotzdem antworten: "Nein, du hast mich nicht geweckt", und zwar in einem solchen Ton, dass jeder Anrufer sofort seine Taktlosigkeit begreifen würde.

6. Ästhetik des alltägliches Lebens. Ein ENFj hat es nicht gern, wenn er bei seinen häuslichen Arbeiten von anderen beobachtet wird Ebenso wenig schätzt er es, in Anwesenheit anderer Menschen arbeiten zu müssen. Falls er es sich leisten kann, schickt er daher alle Anwesenden mit verschiedenen Aufträgen weg; denn er hat große Angst davor, seine Bewegungen und Handlungen könnten unästhetisch sein.

7. Arrogantes Verhalten. Ein "Hamlet" benimmt sich häufig recht hochmütig. Seine Umwelt gewinnt daher den Eindruck , dass er sich so "produziert", um sich wichtig zu machen. Dieses Verhalten steht jedoch nicht der Tatsache entgegen, dass er eine gute Führungskraft ist.

Ihr Dual/Ergänzungstyp (der beste Partner in Ehe, Freundschaft, Arbeit): Maxim Gorkij (der Pragmatiker, der logisch-sensorische Introvertierte).

Wenn diese Charakteristik Ihnen nicht passt, so schlagen wir Ihnen vor, Ihre Beschreibung unter den "Nachbartypen" zu suchen:

Ich habe mehr Geduld für andere Leute und genieße Lebensfreuden; meine Zukunftsaussichten sind weniger dramatisch und bedrohlich; ich hasse es, wenn man meinen Enhausiasmus zu hemmen versucht

ESFj

Obwohl ich energisch und lebensfreudig bin, drücke ich meine Gefühle selten aus, und habe keine Zeit für Intrigen - ich kann stattdessen viel Nützliches machen

ENTj

Ich bin nicht so energisch, es gefällt mir nicht, im Mittelpunkt zu stehen; aber ich bemühe mich oft, andere Leute zu verstehen

INFj

Ich bin mehr zugeknöpft mit meinen Gefühlen; ich zeige wenig Initiative, aber ich sorge dafür, dass die Beziehungen mit meinen Nächsten harmonisch sind

INFp

Ich bin ganz nicht so prinzipienfest; ich bin auch gesellig, aber mehr tolerant gegenüber anderen und nicht nachtragend

ENFp

Ich bin sogar mehr aktiv, aber es fällt mir schwerer, die Taten der anderen vorauszusehen; darum überschätze ich oft andere Menschen und bin danach auch oft enttäuscht

ESFp

Traditionen und Intrigen sind für mich unwichtig; es gefällt mir, meine Meinung aufrichtig zu äußern, manchmal auch ohne die Folgen zu berücksichtigen

ENTp

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